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Recht & Compliance

Widerrufsbutton: Pflicht seit Juni 2026 und wie du ihn im Shop umsetzt

Widerrufsbutton: Pflicht seit Juni 2026 und wie du ihn im Shop umsetzt

Hinweis: Dieser Artikel und das Titelbild wurden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und redaktionell geprüft.

Der Widerrufsbutton ist seit Juni 2026 für Onlineshops Pflicht. Wer online Verträge mit Verbrauchern schließt, muss den Widerruf jetzt per Klick ermöglichen, sonst drohen Abmahnung und Bußgeld. Die Regelung gilt seit dem 19. Juni 2026, eine Übergangsfrist gibt es nicht mehr.

Die gute Nachricht: Die Anforderungen aus § 356a BGB sind klar definiert und mit den richtigen Werkzeugen schnell umgesetzt. Für die gängigen Shopsysteme gibt es fertige Lösungen, für Shopify und Shopware 5 unter anderem von mir.

In diesem Leitfaden erfährst du, was der Widerrufsbutton genau ist, für wen die Pflicht gilt, wie die Schaltfläche rechtssicher aussehen muss und wie du sie in deinem Shopsystem umsetzt, inklusive Praxis-Beispiel und FAQ.

TL;DR

  • Der Widerrufsbutton ist seit dem 19. Juni 2026 Pflicht. Rechtsgrundlage ist § 356a BGB, die Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2673.
  • Die Pflicht trifft alle Unternehmen, die online Verträge mit Verbrauchern schließen, bei denen ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Also auch digitale Dienstleistungen und Abos, nicht nur Warenshops.
  • Anforderungen: gut sichtbar, ständig verfügbar, eindeutig beschriftet (z.B. „Vertrag widerrufen") und nicht hinter einem Login versteckt.
  • Der Ablauf ist zweistufig: Eingabemaske für die Vertragsdaten plus Bestätigungsschaltfläche, danach automatische Eingangsbestätigung per E-Mail.
  • Ohne Button drohen ab sofort Abmahnungen und Bußgelder bis 50.000 €, die Pflicht gilt bereits.
  • Die 14-tägige Widerrufsfrist und die Widerrufsbelehrung bleiben unverändert, der Button kommt zusätzlich dazu.
  • Für Shopify gibt es meine kostenlose App, für Shopware 5 mein fertiges Plugin. Lösungen für weitere Systeme verlinke ich im Artikel.

Was ist der Widerrufsbutton?

Der Widerrufsbutton (im Gesetz „Widerrufsfunktion" genannt, umgangssprachlich auch Widerruf-Button oder Widerrufsschaltfläche) ist eine gut sichtbare Schaltfläche auf deiner Website oder in deiner App, über die Verbraucher einen online geschlossenen Vertrag direkt widerrufen können. Statt eine E-Mail zu formulieren oder ein Formular zu suchen, klickt der Kunde auf die Schaltfläche, trägt seine Vertragsdaten ein und bestätigt den Widerruf. Das Prinzip kennst du vom Kündigungsbutton, der seit 2022 für laufende Verträge Pflicht ist. Der Widerrufsbutton überträgt diesen Gedanken auf das Widerrufsrecht im Fernabsatz.

Wichtig für die Einordnung: Der Button ersetzt nichts, er kommt zusätzlich dazu. Die 14-tägige Widerrufsfrist, die Widerrufsbelehrung und das Muster-Widerrufsformular gelten unverändert weiter, und Verbraucher dürfen auch weiterhin per E-Mail oder Brief widerrufen.

Seit wann gilt die Widerrufsbutton-Pflicht und für wen?

Die Pflicht gilt seit dem 19. Juni 2026. Rechtsgrundlage ist der neue § 356a BGB, mit dem Deutschland die EU-Richtlinie 2023/2673 umgesetzt hat. Den Gesetzentwurf hatte die Bundesregierung im September 2025 beschlossen (Pressemitteilung des BMJV). Eine Übergangsfrist gibt es nicht mehr: Wer den Button heute nicht anbietet, verstößt bereits gegen geltendes Recht.

Betroffen ist jedes Unternehmen, das über eine Website oder App Verträge mit Verbrauchern schließt, für die ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht. Das umfasst deutlich mehr als klassische Warenshops:

  • Onlineshops für physische Produkte
  • digitale Inhalte und Dienstleistungen, etwa Kurse, Software-Abos oder Mitgliedschaften
  • Finanzdienstleistungen im Fernabsatz

Zwei wichtige Abgrenzungen: Verkaufst du über Marktplätze wie Amazon oder eBay, muss der Plattformbetreiber die Funktion bereitstellen (mehr dazu in den FAQ). Und im reinen B2B-Geschäft brauchst du keinen Button, denn Geschäftskunden haben kein gesetzliches Widerrufsrecht. Die Unterschiede erkläre ich ausführlich im Vergleich von B2B- und B2C-E-Commerce. Sobald dein Shop aber auch nur teilweise an Verbraucher verkauft, gilt die Pflicht.

Wie muss der Widerrufsbutton aussehen?

§ 356a BGB definiert konkrete Anforderungen an Gestaltung und Ablauf. Die vier wichtigsten:

Gut sichtbar und ständig verfügbar

Die Schaltfläche muss gut sichtbar und dauerhaft erreichbar sein. Sie darf insbesondere nicht hinter einem Login liegen: Verbraucher müssen widerrufen können, ohne sich in ein Kundenkonto einzuloggen. In der Praxis hat sich die Platzierung im Footer etabliert, direkt neben dem Kündigungsbutton.

Eindeutig beschriftet

Die Beschriftung muss unmissverständlich sein, zum Beispiel „Vertrag widerrufen" oder „Verträge hier widerrufen". Kreative Umschreibungen sind hier fehl am Platz und rechtlich riskant.

Zweistufiger Ablauf

Nach dem Klick auf den Button landet der Kunde auf einer Bestätigungsseite. Dort macht er die Angaben, die du zur Zuordnung brauchst: Name, Angaben zum Vertrag (etwa die Bestellnummer) und eine E-Mail-Adresse für die Bestätigung. Abgesendet wird der Widerruf über eine zweite, ebenfalls eindeutig beschriftete Schaltfläche, zum Beispiel „Widerruf bestätigen".

Automatische Eingangsbestätigung

Nach dem Absenden musst du dem Verbraucher unverzüglich eine elektronische Eingangsbestätigung schicken, in der Regel per E-Mail, inklusive Inhalt, Datum und Uhrzeit des Widerrufs. Diese Bestätigung schützt auch dich als Händler: Sie dokumentiert sauber, wann der Widerruf eingegangen ist.

Widerrufsbutton Beispiel: So läuft der Widerruf in der Praxis ab

So sieht ein rechtssicherer Ablauf aus Kundensicht aus:

  1. Eine Kundin hat in deinem Shop bestellt und möchte den Kauf rückgängig machen. Sie scrollt in den Footer und klickt auf „Vertrag widerrufen".
  2. Auf der Bestätigungsseite trägt sie ihren Namen, die Bestellnummer und ihre E-Mail-Adresse ein.
  3. Mit dem Klick auf „Widerruf bestätigen" sendet sie den Widerruf verbindlich ab.
  4. Dein Shop verschickt automatisch eine Eingangsbestätigung mit Datum und Uhrzeit.
  5. Ab hier läuft alles wie bei jedem anderen Widerruf: Rücksendung, Prüfung, Erstattung.

Der ganze Vorgang dauert unter einer Minute und funktioniert ohne Kundenkonto, ohne E-Mail-Aufsatz und ohne PDF-Formular. Genau das ist die Absicht des Gesetzes: Der Widerruf soll so einfach sein wie die Bestellung.

Was droht ohne Widerrufsbutton?

Ein fehlender oder falsch umgesetzter Widerrufsbutton ist ein Wettbewerbsverstoß. Konkret drohen:

  • Abmahnungen durch Mitbewerber und klageberechtigte Verbände, inklusive Anwaltskosten und strafbewehrter Unterlassungserklärung
  • Bußgelder von bis zu 50.000 €

Da die Pflicht bereits gilt, ist das keine theoretische Gefahr: Nach neuen Pflichten im E-Commerce folgen die ersten Abmahnwellen erfahrungsgemäß schnell. Dazu kommt der weiche Faktor Vertrauen. Ein Shop, der gesetzliche Basics nicht umsetzt, wirkt auch auf Kunden nicht seriös.

Widerrufsbutton umsetzen: Lösungen für Shopify, Shopware und Co.

Die Anforderungen sind bei jedem Shopsystem gleich, die Umsetzung unterscheidet sich. So sieht es bei den wichtigsten Systemen aus:

Shopify

Für Shopify habe ich eine kostenlose App gebaut, die Button, Bestätigungsseite und Eingangsbestätigung abdeckt und in wenigen Minuten eingerichtet ist. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du in meinem Leitfaden zum Widerrufsbutton in Shopify.

Shopware 6

Für Shopware 6 gibt es im Shopware Store fertige Erweiterungen. Achte bei der Auswahl darauf, dass die Lösung den zweistufigen Ablauf und die automatische Eingangsbestätigung abdeckt und sich sauber in dein Theme einfügt.

Shopware 5

Shopware 5 ist seit dem 31. Juli 2024 offiziell am End of Life, neue Pflichten wie den Widerrufsbutton musst du dort selbst nachrüsten, denn die Standardlösungen zielen längst auf Shopware 6. Für diesen Fall habe ich ein fertiges Plugin gebaut, alle Details dazu im Artikel Widerrufsbutton für Shopware 5. Mittelfristig führt am Umstieg trotzdem kein Weg vorbei, wie der Wechsel abläuft und was er kostet, liest du im Shopware-6-Migrationsleitfaden.

WooCommerce, JTL und andere Systeme

Für WooCommerce liefern die verbreiteten Rechts-Plugins wie Germanized oder German Market entsprechende Funktionen. Auch für JTL, Gambio und Baukästen wie Wix gilt: Prüfe, ob dein Anbieter die Funktion bereits ausgerollt hat, und rüste sonst per Erweiterung nach. Eine laufend gepflegte Übersicht vorhandener Lösungen je Shopsystem führt die IT-Recht Kanzlei.

Fazit: Umsetzen, nicht aufschieben

Der Widerrufsbutton ist Pflicht, die Anforderungen sind klar, und die Umsetzung ist mit den richtigen Werkzeugen eher ein Projekt von Minuten bis wenigen Stunden als ein Großprojekt. Jede Woche ohne Button ist dagegen ein vermeidbares Abmahnrisiko.

Wenn du unsicher bist, ob dein Shop die Anforderungen erfüllt, oder Unterstützung bei der Umsetzung brauchst: Im Rahmen meiner E-Commerce-Beratung schaue ich mir deinen Shop im Detail an, oder du meldest dich direkt mit deiner Frage.

Häufige Fragen

Was ist ein Widerrufsbutton?

Der Widerrufsbutton ist eine gesetzlich vorgeschriebene Schaltfläche auf Websites und in Apps, über die Verbraucher online geschlossene Verträge direkt widerrufen können. Er besteht aus einer gut sichtbaren Schaltfläche, einer Bestätigungsseite für die Vertragsdaten und einer automatischen Eingangsbestätigung. Rechtsgrundlage ist § 356a BGB.

Ab wann ist der Widerrufsbutton verpflichtend?

Die Pflicht gilt seit dem 19. Juni 2026, eine Übergangsfrist gibt es nicht mehr. Wer online Verträge mit Verbrauchern schließt und die Schaltfläche noch nicht anbietet, verstößt bereits gegen geltendes Recht und riskiert Abmahnungen sowie Bußgelder bis 50.000 €.

Wie muss der Widerrufsbutton aussehen?

Die Schaltfläche muss gut sichtbar, ständig verfügbar und eindeutig beschriftet sein, etwa mit „Vertrag widerrufen". Sie darf nicht hinter einem Login liegen. Nach dem Klick folgt eine Bestätigungsseite, auf der der Kunde Name, Vertragsangaben und E-Mail-Adresse einträgt und den Widerruf über eine zweite Schaltfläche verbindlich absendet.

Wo muss der Widerrufsbutton platziert werden?

Das Gesetz schreibt keinen exakten Ort vor, verlangt aber ständige Verfügbarkeit und gute Sichtbarkeit. In der Praxis hat sich der Footer etabliert, direkt neben dem Kündigungsbutton. Wichtig ist, dass Verbraucher die Schaltfläche ohne Login und ohne langes Suchen finden.

Gilt die Widerrufsbutton-Pflicht auch im B2B?

Nein. Der Button ist nur für Verträge mit Verbrauchern vorgeschrieben, Geschäftskunden haben kein gesetzliches Widerrufsrecht. Sobald dein Shop aber auch an Privatkunden verkauft, brauchst du die Schaltfläche.

Gilt die Pflicht auch auf Marktplätzen wie Amazon oder eBay?

Ja, aber die technische Umsetzung liegt beim Plattformbetreiber. Als Marktplatz-Händler solltest du prüfen, ob die Plattform die Funktion bereitstellt, und deine Widerrufsprozesse darauf abstimmen.

Reicht der Widerrufsbutton allein für einen rechtssicheren Shop?

Nein. Widerrufsbelehrung, Muster-Widerrufsformular und die übrigen Informationspflichten gelten unverändert weiter. Der Button ist ein zusätzlicher Widerrufsweg, kein Ersatz für die bestehenden Pflichten.

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