Case Study · Geförderte Beratung

Wenn die Beratung sagt: Verschieben Sie den Relaunch

Ein Onlineshop für tierärztlichen Bedarf wollte von Shopware 5 auf ein neues System wechseln. Nach 28 Stunden Analyse und einem Workshop vor Ort lautete die Empfehlung nicht „jetzt migrieren", sondern: erst die Themen mit dem größten kurzfristigen Hebel angehen, dann umziehen. Der Migrationsplan liegt fertig bereit, mit 1.075 kartierten Weiterleitungen und 134 gemappten Datenfeldern.

28 h

Beratungsaufwand zum Festpreis von 3.500 € netto

1.075

kartierte Weiterleitungen für den späteren Umzug

134

gemappte Datenfelder von Shopware 5 nach 6

Shopware 5, Support ausgelaufenBAFA-gefördert, 50% ZuschussWorkshop vor Ort plus AnalyseAnfrage kam über eine KI-Suche

Die Ausgangslage

Der Shop verkauft Produkte, die ausschließlich über Tierärzte vertrieben werden dürfen. Das ist ein seltener Vorteil: Der Markt hat eine regulatorische Hürde, die neue Wettbewerber fernhält. Gleichzeitig bringt genau diese Regulatorik Anforderungen mit, die ein Standard-Shopsystem erst einmal abbilden muss.

Technisch lief der Shop auf Shopware 5, dessen Hersteller-Support im Juli 2024 endete. Die Frage im Raum war deshalb nicht ob, sondern wohin und wann: Shopware 6 oder Shopify, und in welchem Zuschnitt.

Wie die Beratung ablief

Vorab-Analyse aus der Ferne

Produktdaten, Kundendaten, Suchdaten aus 16 Monaten, Backlinks, Werbekonto, technische Bestandsaufnahme und eine rechtliche Prüfung. Der Workshop sollte nicht mit Datensammeln verbracht werden.

Workshop vor Ort, ein Tag

Neun Themenblöcke von den Geschäftsprozessen über Produktdaten und Technik bis zur Priorisierung, dazu Gespräche mit Logistik und Shop-Verantwortlicher. Wer die Prozesse täglich fährt, kennt die Engpässe genauer als jedes Audit.

Ausarbeitung

Anforderungen dokumentiert, SEO-Migrationsstrategie samt Weiterleitungsplan, Daten-Migrationskonzept mit Feld-Mapping, Integrationsarchitektur. Alles als Anhänge, mit denen ein Entwickler direkt arbeiten kann.

Plattformempfehlung und Roadmap

Shopware 6 und Shopify wurden anhand von acht Kriterien verglichen, von Migrationspfad über regulatorische Pflichtfelder bis zu Datenportabilität. Dazu eine priorisierte Roadmap mit Kostenrahmen.

Was zuerst drankam

Die Migration war nicht das dringendste Thema. Drei andere Punkte hatten mehr Hebel, und zwei davon wirkten sofort:

Fristen von außen zuerst

Manche Themen richten sich nicht nach Projektplänen: Der zweistufige Widerrufsbutton wurde ab Juni 2026 für alle Shops Pflicht, weitere regulatorische Anforderungen standen an. Solche Punkte kosten wenig Aufwand, haben aber ein festes Datum und gehören deshalb vor jedes größere Vorhaben.

Sichtbarkeit breiter aufstellen

Der Shop wuchs stark über bezahlte Anzeigen, während die Klickpreise im Markt weiter stiegen. Die Empfehlung: die organische Sichtbarkeit gezielt ausbauen, und dabei das stärkste Vertrauenssignal des Unternehmens nutzen, nämlich die tierärztliche Expertise dahinter, die im Shop bis dahin kaum sichtbar war.

Wiederkehrende Handarbeit automatisieren

Nachbestellung, Rabattverwaltung und Rechnungsstellung liefen manuell. Im Tagesgeschäft funktioniert das, bei Wachstum wächst der Aufwand aber eins zu eins mit. Hier lag kurzfristig nutzbares Potenzial, unabhängig von jedem Systemwechsel.

Die Empfehlung: zwei Phasen statt einem großen Wurf

Phase A, sofort: den bestehenden Shop stärken, anstehende Fristen abarbeiten und die Sichtbarkeit breiter aufstellen. Stundenweise, ohne dass ein Projektbudget gebunden wird.

Phase B, später: die Migration auf Shopware 6 als ein Projekt, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen. Vorbereitet ist sie bereits vollständig.

Dazu ein Katalog von Aufgaben, die das Team selbst übernehmen kann: Texte, Bilder, Produktdaten. Das senkt die Kosten der Umsetzung, ohne die Qualität zu gefährden.

LieferergebnisUmfang
BeratungsberichtIst-Analyse, Schwachstellen, Empfehlungen, Roadmap, Kostenrahmen
Weiterleitungsplan1.075 URLs von der alten auf die neue Struktur kartiert
Daten-Migrationskonzept134 Felder gemappt, inklusive der regulatorischen Pflichtfelder
Technischer Crawl809 Ressourcen erfasst und mit dem Weiterleitungsplan abgeglichen
PlattformvergleichShopware 6 gegen Shopify, acht Kriterien, mit Begründung der Empfehlung

Alle Unterlagen sind bewusst so aufgebaut, dass jeder qualifizierte Dienstleister damit ein Angebot erstellen und die Umsetzung durchführen kann. Das ist keine Großzügigkeit, sondern Bedingung: Eine geförderte Beratung muss eigenständigen Wert haben und darf keine Vorstufe zum eigenen Folgeauftrag sein. Mehr zu den Förderbedingungen

Häufige Fragen zu diesem Projekt

Im geförderten Workshop klären wir, was zuerst kommt. Manchmal ist die Antwort ein Relaunch. Manchmal ist sie, ihn zu verschieben.